🎯 Klausurvorbereitung Chemie

Montag, 09. MĂ€rz 2026 | 11:45 – 13:15 | Klasse 12FO21

📋 Klausur-Themen auf einen Blick

1. Nichtmetalle & Bindung
  • Elektronenpaarbindung
  • Lewis-Strukturen
  • EPA-Modell
2. Salze
  • Ionenbindung
  • VerhĂ€ltnisformeln
  • Oxidationszahlen
3. Zwischenmolekulare KrÀfte
  • 5 Typen kennen
  • Siedetemperatur erklĂ€ren
  • StĂ€rke einordnen

📚 AusfĂŒhrliche Lernzettel

Thema 1: Bindungsarten – Der Überblick

Es gibt 3 Hauptbindungsarten:

  1. Metallbindung – Metall + Metall (Elektronengas)
  2. Ionenbindung – Metall + Nichtmetall (ElektronenĂŒbertragung → Salze)
  3. Elektronenpaarbindung – Nichtmetall + Nichtmetall (Elektronenteilung → MolekĂŒle)

Ionenbindung vs. Elektronenpaarbindung

Ionenbindung Elektronenpaarbindung
Partner Metall + Nichtmetall Nichtmetall + Nichtmetall
Was passiert? Elektronen werden ĂŒbertragen Elektronen werden geteilt
Es entstehen Ionen (Kationâș + Anion⁻) MolekĂŒle mit geteilten e⁻-Paaren
Beispiel NaCl (Naâș + Cl⁻) H₂O (H-O-H)
ΔEN > 1,7 0 – 1,7

ElektronegativitĂ€tsdifferenz (ΔEN) – Entscheidungshilfe

ΔEN-Wert Bindungstyp Eigenschaft
0 – 0,4 Unpolare Bindung Elektronen gleichmĂ€ĂŸig geteilt
0,4 – 1,7 Polare Bindung Elektronen ungleichmĂ€ĂŸig → ÎŽ+ und ÎŽ-
> 1,7 Ionenbindung Elektronen gehen komplett ĂŒber

Thema 2: Oxidationszahlen – Kurzfassung

Was ist die Oxidationszahl? Eine ausgedachte Ladung. Man tut so, als wÀren alle Bindungen ionisch und gibt dem elektronegativeren Atom die Elektronen.

Die wichtigsten Regeln:

  1. Elemente (z.B. H₂, O₂, Fe, Na) → Oxidationszahl = 0
  2. Einatomige Ionen → Oxidationszahl = Ionenladung (Naâș = +I, Cl⁻ = −I)
  3. Wasserstoff → meistens +I
  4. Sauerstoff → meistens −II
  5. Fluor → immer −I
  6. Summenregel: Summe aller Oxidationszahlen in einem neutralen MolekĂŒl = 0

Beispiel: NaCl

Na → gibt 1 Elektron ab → Naâș → Oxidationszahl: +I

Cl → nimmt 1 Elektron auf → Cl⁻ → Oxidationszahl: −I

Na → Naâș + e⁻    (Oxidation: Elektron abgeben)
Cl + e⁻ → Cl⁻    (Reduktion: Elektron aufnehmen)

Beispiel: H₂O

H = +I (Regel 3), O = −II (Regel 4)

Check: 2×(+I) + 1×(−II) = +2 − 2 = 0 ✓

Nomenklatur (Benennung von Verbindungen)

Vorsilben fĂŒr die Anzahl der Atome:

Anzahl12345
Vorsilbemonoditritetrapenta

Bei Ionen mit verschiedenen Ladungen:

  • Cu₂S → Kupfer(I)-sulfid (Cu hat +I)
  • CuS → Kupfer(II)-sulfid (Cu hat +II)

Thema 3: VerhĂ€ltnisformeln – Kurzfassung

Was ist eine VerhÀltnisformel? Die Formel eines Salzes, die angibt wie viele Kationen und Anionen man braucht, damit sich die Ladungen ausgleichen.

Anleitung: VerhÀltnisformel aufstellen

  1. Ladung des Kations bestimmen (z.B. Naâș, CaÂČâș, AlÂłâș)
  2. Ladung des Anions bestimmen (z.B. Cl⁻, OÂČ⁻, N³⁻)
  3. Kreuztausch: Ladungszahl des einen wird zur Anzahl des anderen
  4. KĂŒrzen wenn möglich

Beispiele VerhÀltnisformeln

KationAnionKreuztauschVerhÀltnisformel
KâșBr⁻1:1KBr
NaâșSÂČ⁻2:1Na₂S
AlÂłâșCl⁻1:3AlCl₃
CaÂČâșF⁻1:2CaF₂
MgÂČâșN³⁻3:2Mg₃N₂
AlÂłâșOÂČ⁻2:3Al₂O₃

Übung: Verbindungsnamen → VerhĂ€ltnisformeln zuordnen

VerbindungsnameDeine Antwort
Natriumchlorid?
Kaliumbromid?
Magnesiumoxid?
Kaliumsulfid?
Magnesiumchlorid?
Silbersulfid?
Aluminiumnitrid?
Aluminiumoxid?
Natriumiodid?
Eisen(II)-sulfid?
VerbindungsnameVerhÀltnisformelErklÀrung
NatriumchloridNaClNaâș + Cl⁻ → 1:1
KaliumbromidKBrKâș + Br⁻ → 1:1
MagnesiumoxidMgOMgÂČâș + OÂČ⁻ → 1:1
KaliumsulfidK₂SKâș + SÂČ⁻ → 2:1
MagnesiumchloridMgCl₂MgÂČâș + Cl⁻ → 1:2
SilbersulfidAg₂SAgâș + SÂČ⁻ → 2:1
AluminiumnitridAlNAlÂłâș + N³⁻ → 1:1
AluminiumoxidAl₂O₃AlÂłâș + OÂČ⁻ → 2:3
NatriumiodidNaINaâș + I⁻ → 1:1
Eisen(II)-sulfidFeSFeÂČâș + SÂČ⁻ → 1:1

AtomverhÀltnis & MassenverhÀltnis

AtomverhÀltnis: Wie viele Atome von jedem Element? Steht direkt in der Formel!

  • NaCl → Na : Cl = 1 : 1
  • H₂O → H : O = 2 : 1

MassenverhĂ€ltnis: Atommasse × Anzahl

  • NaCl → Na(23) : Cl(35,5) = 23 : 35,5 ≈ 0,65 : 1
  • H₂O → H₂(2×1) : O(16) = 2 : 16 = 1 : 8

Thema 4: EPA-Modell (MolekĂŒlgeometrie)

Was ist das EPA-Modell? Das Elektronenpaarabstoßungsmodell sagt voraus, welche rĂ€umliche Form ein MolekĂŒl hat. Die Idee ist simpel:

Elektronenpaare (bindende UND freie) stoßen sich ab → sie gehen so weit wie möglich voneinander weg → daraus ergibt sich die Form!

Freie Elektronenpaare brauchen mehr Platz als bindende Paare → sie drĂŒcken die Bindungen zusammen → der Winkel wird kleiner!

Die 4 wichtigsten Formen:

↔

Linear

180°

2 Bindungspartner, 0 freie Paare

Beispiel: CO₂ (O=C=O)

Symmetrisch → kein Dipol!

📐

Gewinkelt

~105°

2 Bindungspartner, 1-2 freie Paare

Beispiel: H₂O (105°), SO₂ (~120°)

Unsymmetrisch → Dipol!

đŸ”ș

Trigonal-pyramidal

~107°

3 Bindungspartner, 1 freies Paar

Beispiel: NH₃

Unsymmetrisch → Dipol!

💎

Tetraedrisch

109,5°

4 Bindungspartner, 0 freie Paare

Beispiel: CH₄

Symmetrisch → kein Dipol!

MolekĂŒl Bindungspartner Freie Paare am Zentralatom Form Winkel Dipol?
CO₂ 2 (O) 0 Linear 180° Nein ✗
H₂O 2 (H) 2 Gewinkelt 105° Ja ✓
SO₂ 2 (O) 1 Gewinkelt ~120° Ja ✓
BF₃ 3 (F) 0 Trigonal-planar 120° Nein ✗
NH₃ 3 (H) 1 Pyramidal 107° Ja ✓
CH₄ 4 (H) 0 Tetraedrisch 109,5° Nein ✗

🚹 Klausurfalle: Trigonal-planar oder Pyramidal?

Beide Formen haben 3 Bindungspartner um ein Zentralatom. Wie unterscheidest du sie?

Der einzige Unterschied ist das freie Elektronenpaar am Zentralatom!

1. Trigonal-planar (z.B. BF₃)
  • 0 freie Paare am Zentralatom
  • Zentralatom hat alle Elektronen fĂŒr Bindungen "verbraucht"
  • Das MolekĂŒl ist komplett flach (planar).
2. Pyramidal (z.B. NH₃)
  • 1 freies Paar am Zentralatom
  • Das freie Paar braucht Platz und drĂŒckt die 3 Bindungen nach unten!
  • Aus dem flachen Dreieck wird eine 3D-Pyramide.
Symmetrische Formen (linear ohne freie Paare, trigonal-planar, tetraedrisch) → Dipole heben sich auf → kein Gesamtdipol! Unsymmetrische Formen (gewinkelt, pyramidal) → es gibt einen Dipol!

Thema 5: Lewis-Strukturen – So zeichnest du sie

Schritt-fĂŒr-Schritt Anleitung:

  1. Valenzelektronen zÀhlen (= Hauptgruppennummer)
    Beispiel H₂O: O hat 6, jedes H hat 1 → Gesamt: 6 + 2×1 = 8 Elektronen
  2. Bindungen setzen: Jeder Strich (—) = 2 Elektronen
    H—O—H → 2 Bindungen = 4 Elektronen verbraucht
  3. Restliche Elektronen als freie Paare verteilen
    8 − 4 = 4 Elektronen ĂŒbrig → 2 freie Paare am O
  4. Oktettregel prĂŒfen: Hat jedes Atom 8 Elektronen? (H nur 2!)
    O: 2 Bindungen + 2 freie Paare = 8 Elektronen ✓

Lewis-Strukturen der wichtigsten MolekĂŒle

H₂O (Wasser)
  _
H—O—H
  ÂŻ
2 freie Paare am O
NH₃ (Ammoniak)
  _
H—N—H
  |
  H
1 freies Paar am N
CO₂ (Kohlendioxid)
_       _
O = C = O
ÂŻ       ÂŻ
Doppelbindungen, linear
CH₄ (Methan)
  H
  |
H—C—H
  |
  H
0 freie Paare (tetraedrisch)

Thema 6: Zwischenmolekulare KrĂ€fte – Spickzettel

→ AusfĂŒhrliche ErklĂ€rung mit allen Aufgaben: Zum vollstĂ€ndigen Lernzettel →

Kraft Zwischen wem? StÀrke Beispiel
Ion-Dipol Ion + polares MolekĂŒl đŸ’ȘđŸ’ȘđŸ’Ș Richtig stark NaCl in Wasser
H-BrĂŒcken H an N/O/F + freies e⁻-Paar đŸ’ȘđŸ’Ș Sehr stark H₂O, HF, NH₃
Dipol-Dipol Polar + Polar đŸ’Ș Stark HCl, HBr, SO₂
Debye Polar + Unpolar Mittel HCl neben O₂
London Alle (v.a. Unpolar + Unpolar) Schwach F₂, I₂, CH₄
London-KrĂ€fte wirken IMMER – auch zusĂ€tzlich zu den anderen KrĂ€ften! H-BrĂŒcken gibt es NUR bei N, O, F!

🎯 Zusammenfassung: Was du können musst

Checkliste fĂŒr die Klausur:

  • ☐ Lewis-Strukturen zeichnen (Valenzelektronen zĂ€hlen, Bindungen + freie Paare)
  • ☐ EPA-Modell anwenden (Form bestimmen: linear, gewinkelt, pyramidal, tetraedrisch)
  • ☐ Dipol bestimmen (symmetrisch → kein Dipol, unsymmetrisch → Dipol)
  • ☐ Bindungsart einordnen (ΔEN: unpolar / polar / Ionenbindung)
  • ☐ Oxidationszahlen berechnen (Regeln anwenden, Summe = 0)
  • ☐ VerhĂ€ltnisformeln aufstellen (Ladungsausgleich durch Kreuztausch)
  • ☐ Zwischenmolekulare KrĂ€fte bestimmen und StĂ€rke einordnen
  • ☐ Siedetemperaturen erklĂ€ren mit Hilfe der zwischenmolekularen KrĂ€fte